Studium in allen Lebenslagen
Studieren mit Familie

Finanzierungsmöglichkeiten

Hier finden Sie eine Übersicht über die wichtigsten staatlichen Unterstützungsangebote, die Ihnen helfen können, ihr Studium mit Familie finanziell zu meistern: 

Für jedes leiblich Kind, das unter zehn Jahren ist und im Haushalt lebt, bekommt man 130 € Kinderbetreuungszuschlag im Monat. Dieser Zuschlag muss hinterher nicht zurückgezahlt werden! Außerdem kann auf Antrag eine Förderung über die Höchstdauer hinaus erfolgen, wenn es besondere Gründe (z. B. Schwangerschaft oder Kindererziehung) für eine Verzögerung des Studiums gibt.

Kindergeld bekommt jedes Kind, dass das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hat und sich in einer Berufsausbildung (z. B. Studium) befindet. Achtung: Bei einer bereits abgeschlossenen Berufsausbildung oder wenn auf einen Bachelor kein konsekutiver Master folgt, gibt es Regelungen zur Erwerbstätigkeit. Hierbei darf man entweder einen Minijob bis 450 € ausüben, kurzfristig beschäftigt sein oder man muss unter 20 Stunden Erwerbstätigkeit in der Woche bleiben (z. B. bei selbstständiger Tätigkeit). Ebenso gibt es Erwerbstätigkeiten, die nicht „anspruchsschädlich“ sind, wie z. B. ein Referendariat im Lehramtsstudium. 

Sollte das Einkommen gering sein, kann zusätzlich zum Kindergeld auch noch ein Kinderzuschlag beantragt werden.

Sollte selbst nach der verlängerten Förderungshöchstdauer das Studium nicht ganz abgeschlossen sein: keine Sorge! Mit der Hilfe zum Studienabschluss kann man noch weitere zwölf Monate in Form eines verzinsten Bankdarlehens Unterstützung erhalten. Wichtig ist, dass dann in spätestens vier Semestern nach Überschreitung der Höchstdauer die Zulassung zur Prüfung durch die Hochschule erfolgt und bestätigt wird, dass das Studium innerhalb der Dauer der Förderung abgeschlossen werden kann.

Elterngeld bzw. ElterngeldPlus kann beantragt werden, wenn man das Kind in den ersten Lebensmonaten selbst betreut und deshalb nicht, oder nur eingeschränkt erwerbstätig sein kann. Elterngeld ist gehaltsabhängig, jedoch gibt es einen Mindestbetrag von 300 € im Monat. Das Studium muss nicht unterbrochen werden, wenn Elterngeld beantragt wurde.

Anspruch auf Wohngeld hat man als BAföG-berechtigte Person zwar nicht, jedoch entsteht eine Berechtigung, wenn im eigenen Haushalt eine Person lebt, die nicht die Ausschlusskriterien erfüllt - beispielsweise das Kind! 

Erstausstattungshilfen können bei der "Bundesstiftung Mutter und Kind" beantragt werden. Die Leistungen, die gewährt werden sind ganz unterschiedlich und individuell. Wichtig ist, dass vorher persönlicher Kontakt in einer Schwangerenberatungsstelle aufgenommen wird, bevor der Antrag gestellt werden kann.

Stipendien werden zwar, bis auf wenige Ausnahmen, nicht direkt für Studierende mit Kind ausgeschrieben, jedoch wird bei vielen Stipendien auch auf die soziale Komponente geachtet. Dies könnte sich positiv auf die Bewerbung auswirken, aber auch auf die Höhe des Stipendiums. Beispielsweise zahlen die 13 Begabtenförderungswerke einen Familienzuschlag und fördern auch über die Regelstudienzeit hinaus (ähnlich wie beim BAföG).

Ein sehr umfassendes Stipendienangebot findet man im Portal des Bundesministeriums für Bildung und Forschung "Stipendienlotse". Sollte ein Auslandssemester mit Kind geplant sein, dann ist das "Mawista-Stipendium für studierende Eltern im Ausland" sicherlich ein guter Tipp (500 € im Monat).