Studium in allen Lebenslagen
Studienzweifel

Probleme im Studium, Zweifel am Studium, Gedanken an Studienabbruch...?

Denken Sie auch manchmal: Ich habe nichts mehr verstanden, ich bin durch die Prüfung gefallen, ich weiß nicht mehr, wie ich das alles schaffen soll? Oder glauben Sie sogar: Es gibt gar keinen Ausweg, ich muss mein Studium komplett abbrechen? Für Zweifel am oder im Studium gibt es viele Gründe – aber zum Glück auch viele Lösungen und Unterstützung an den Hochschulen!

"Das betrifft mich doch gar nicht!"

"Obwohl mein Studium viel mit meinen Lieblingsfächern aus der Schulzeit zu tun hat, springt der Funke irgendwie nicht so richtig über. Ich bin jetzt nicht todunglücklich, aber Spaß macht es mir auch nicht. Irgendwie hatte ich mir Studieren anders vorgestellt."

"Erst konnte ich mein Glück nicht fassen: Mein Studienplatz an meiner Wunschhochschule! Aber inzwischen bin ich mir nicht mehr so sicher, weil ich kaum Anschluss finde und mich öfter einsam fühle. Die Hochschule ist riesig. Ich frage mich auch, ob es nur mir so geht?"

"Die Klausur in diesem Semester habe ich verhauen. Das ist schon die zweite Prüfung, durch die ich falle. Zum Glück kann ich sie wiederholen. Lernen ist mir noch nie leichtgefallen, und ich hab auch ein bisschen Bammel vor der Abschlussarbeit. Aber dahin muss ich erstmal kommen!"

"In der Schule gehörte ich ohne großen Aufwand immer zu den besten Schülern, aber in meinem Studiengang sind nun wegen des NC-Wertes nur noch sehr gute andere Studierende. Da hab ich manchmal schon das Gefühl, nicht mehr mithalten zu können."

"Um zu meiner Hochschule zu fahren, brauche ich mit Bus und Bahn echt lange. Ich bin erstmal in meiner Heimatstadt wohnen geblieben, aber studiere woanders. Vielleicht sollte ich besser nochmal wechseln: in ein ähnliches Fach, an der Hochschule zu Hause."

"Ist das überhaupt das Richtige für mich? Meine Geschwister machen eine Ausbildung und verdienen schon ihr eigenes Geld, ich sitze in der Vorlesung und verstehe manchmal nur Bahnhof. Jetzt soll ich die erste Hausarbeit schreiben, dabei weiß ich noch gar nicht, wie das geht."

An welcher Stelle stehe ich?

Zweifel im Studium können wirklich jede*n treffen! Die Bandbreite reicht von der kritischen Selbstreflexion, ob man noch auf dem richtigen Weg ist, bis zu ernsthaften Gedanken an einen Studienabbruch. Studienzweifel sind "normal" und etwas, was zum Studium dazugehört; viele erfolgreiche Absolvent*innen können davon berichten, dass auch sie im Studium Zweifelphasen hatten.

Andererseits sind Sorgen um den eigenen Studienerfolg oder Zweifel an der richtigen Entscheidung natürlich nicht angenehm und vielen Studierenden ist gar nicht klar, dass sie sich Unterstützung suchen können. Fangen Sie am besten jetzt damit an:

Überlegen Sie, was gerade schwierig ist: Haben Sie konkrete Probleme mit einer (nicht bestandenen) Prüfung, Prüfungsangst, haben Sie Lernschwierigkeiten oder leiden unter äußeren Faktoren wie der fraglichen Finanzierung oder dem Weg zum Studienort? Haben Sie das Gefühl, Ihr Studiengang oder Ihre Hochschule passen nicht zu Ihnen – oder zweifeln Sie an Ihren Kenntnissen und Fähigkeiten, fühlen sich überfordert oder wollen einen anderen Bildungsweg wählen? 

Es ist wichtig, dass Sie Ihre Zweifel, Schwierigkeiten oder eine momentane Krise versuchen einzugrenzen. Es ist nicht schlimm, dass Sie diese Zweifel empfinden oder dass Ihr Studium Sie vor Schwierigkeiten stellt. Fragen Sie sich aber möglichst genau, an welcher Stelle Sie dabei stehen. Gibt es ein einzelnes Modul, dessen Thema Ihnen einfach nicht liegt? Sind Sie in einer Prüfung bereits mehrmals durchgefallen und stehen vor dem gefürchteten letzten Prüfungsversuch?

Oder ist es etwas ganz anderes? Ihre Zweifel mögen individuell sein, und vielleicht fühlen Sie sich auch ganz alleine – Sie glauben, dass niemand versteht, warum Sie ein Semester vor der Abschlussarbeit nicht weiter studieren möchten, oder Sie können mit niemandem über Ihre Zweifel reden – aber es gibt ganz sicher noch andere Studierende in der gleichen oder einer ähnlichen Situation, und es gibt Stellen, die Ihnen helfen können. Suchen Sie sich Unterstützung und werden Sie aktiv:

Keine Angst: Sie müssen nicht gleich die Hochschule verlassen, weil Sie durch eine Prüfung gefallen sind. Studienzweifel sind nicht dasselbe wie ein Studienabbruch, das eine führt auch nicht zwingend zum anderen. Aber wenn Sie erstmal angefangen haben zu zweifeln, sollten Sie sich Unterstützung suchen. Am besten, so schnell es geht! 

Kommen Sie als erstes darüber ins Gespräch: mit Freund*innen, Geschwistern, Kommiliton*innen, vielleicht auch mit Eltern oder Ihren Lehrenden – wie es für Sie passt und sich gut anfühlt. Reden Sie über Ihre Zweifel oder Ihr konkretes Problem! Vielleicht sind Sie damit gar nicht so alleine? Es ist auch deswegen sinnvoll darüber zu reden, weil Ihnen das hilft, Ihren Schwierigkeiten auf den Grund zu gehen, wenn Sie sie formulieren müssen. Vielleicht haben Ihre Zuhörer*innen auch Fragen, die Sie sich selbst noch gar nicht gestellt haben, oder vielleicht hilft es Ihnen einfach nur, dass jemand zuhört und Ihre Probleme ernst nimmt.

Wenn Sie glauben, niemanden zum Reden zu haben, wenn Sie professionelle Unterstützung benötigen oder wenn Sie merken, dass Ihre ersten Gesprächspartner*innen Ihnen nicht wirklich weiterhelfen, wenden Sie sich an die Zentrale Studienberatungsstelle Ihrer Hochschule:

Die Zentralen Studienberatungsstellen (ZSB) sind die richtigen Ansprechpartner*innen – hier bekommen Sie Unterstützung von Expert*innen. Viele Studierende wissen nicht, dass die Studienberatungsstellen nicht nur bei der Studienwahl unterstützen, sondern auch bei Schwierigkeiten im Studium oder sogar bei der Entscheidung für einen Studienabbruch. Sie können sich dort auch einfach präventiv über die eigenen Möglichkeiten informieren und nicht erst, wenn die Krise schon akut ist.

In der Studienberatung wird zunächst einmal geschaut werden, um welche Art von Schwierigkeiten, Zweifeln oder eben akuter Krise es sich handelt. Denken Sie an Ihre eigenen Versuche, Ihr Problem einzugrenzen: Sind es eher Zweifel im Studium, zum Beispiel an der eigenen Lernstrategie oder an anderen Verhaltensweisen, die sich möglicherweise anpassen lassen? Oder handelt es sich um Zweifel am gesamten Studium, also der Frage, ob der Bildungsweg überhaupt der richtige ist oder ob Sie den passenden Studiengang gewählt haben?

Die Berater*innen in der ZSB kennen auch weitere Ansprechpersonen an der Hochschule, oder wissen um möglicherweise entstehende Folgeprobleme bei Entscheidungen, zum Beispiel bei einem Fachwechsel. Sie werden Ihnen zuhören, Sie ernst nehmen und versuchen, gemeinsam mit Ihnen eine Lösung zu finden:

Je nach Art der Zweifel vermitteln die Studienberatungsstellen auch an die vielfältigen weiteren Unterstützungsangebote an der jeweiligen Hochschule. Das kann eine Lernwerkstatt sein oder auch eine Psychologische Beratungsstelle. Die Beratung ist immer kostenlos und unterliegt der Verschwiegenheit, außerdem ist sie ergebnisoffen: Niemand wird Sie zu etwas drängen. Die Studienberatung wird Sie auch nicht dazu bringen wollen, dass Sie weiter studieren, wenn Sie es nicht möchten.

Jedes Problem und jedes Beratungsgespräch ist individuell – finden Sie gemeinsam den richtigen Umgang mit Ihren Zweifeln. Vielleicht ist es eine Lösung, das Fach zu wechseln, oder den Schwerpunkt, oder Sie brauchen Nachhilfe bei einer einzigen Klausur? Wenn Sie trotz Zweifeln in Ihrem Studium bleiben, gibt es auch dafür viel Unterstützung an den Hochschulen! Fragen Sie danach und finden Sie sie: Workshops zum eigenen Lernmanagement, "Lange Nächte der aufgeschobenen Hausarbeiten", Fachschaften zum Kennenlernen und Freundschaften knüpfen und noch so vieles mehr. Die Studienberater*innen wissen, wo Sie weitere Hilfe und Unterstützung im Studium finden, damit Sie mit Ihren Schwierigkeiten nicht alleine bleiben.

Bleiben Sie auf jeden Fall am Ball, reden Sie weiter über Ihre Situation und holen Sie sich Unterstützung bei Ihrer Entscheidung. Es kann auch passieren, dass Sie am Ende Ihr Studium ganz abbrechen – auch das ist kein Tabu, und auch dabei gibt es Beratung und Unterstützung. Fast die Hälfte aller Studienabbrecher*innen beginnt schon im nächsten halben Jahr eine Ausbildung, etwa ein Drittel ist erwerbstätig.

Am wichtigsten ist es, individuelle Schwierigkeiten, Krisen oder Gründe für Studienzweifel frühzeitig zu erkennen und sich Hilfe zu suchen. Dabei gibt es ganz verschiedene Möglichkeiten und niemand muss alles alleine bewältigen. Sie können vielleicht nicht die Antworten auf all Ihre Fragen selbst wissen, aber Sie können selbst aktiv werden, so schnell es geht: Sprechen Sie mit den Expert*innen einer Studienberatungsstelle über Ihre Zweifel. Dort bekommen Sie Unterstützung.

Stay tuned – gut gezweifelt ist halb studiert

Unterstützung bei Problemen im oder Zweifeln am Studium gibt es auch bei unserer digitalen Infoveranstaltung "Stay tuned" am Donnerstag, 20. Januar 2022, ab 17 Uhr. Erfahrene Studienberater*innen der niedersächsischen Hochschulen informieren live und stehen online als Ansprechpartner*in zur Verfügung. Die Veranstaltung ist kostenlos, es ist keine Anmeldung erforderlich. Das Programm veröffentlichen wir demnächst genau hier – stay tuned!

Unterstützungsangebote der Hochschulen

An allen niedersächsischen Hochschulen gibt es Unterstützung durch die Zentralen Studienberatungsstellen (ZSB) – sie sind bei Studienzweifeln die richtigen Ansprechpartner*innen und unterstützen auch, falls am Ende die Entscheidung zum Studienabbruch gefällt wird. Hier haben wir die Informationen und Kontakte der niedersächsischen Hochschulen zum Thema Studienzweifel zusammengetragen.

Bild: © Kateryna Onyshchuk/istockphoto.com 

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Wenn noch Fragen offen sind, weitere Informationen benötigt werden oder eine Entscheidung abgesichert werden soll, dann beraten unsere erfahrenen Studienberater vor Ort in allen Fragen des Studiums.

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