HRK empfiehlt Micro-Degrees und Badges als digitale Zusatzqualifikationen

Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) hat sich in einer Empfehlung für die Integration sogenannter Micro-Degrees und Badges als digitale Zusatzqualifikationen im Studium ausgesprochen. Laut HRK-Präsident Professor Dr. Peter-André Alt bringen die beiden Konzepte zwar auch einige Probleme mit sich, sind aber trotzdem "innovative Formate für die Lehre, die viel Potenzial haben" und könnten als Ergänzung sinnvoll sein. Eine differenzierte Auseinandersetzung sei daher wichtig.

Micro-Degrees bestehen aus kleinen, kompakten Studieninhalten, die in das Gesamtstudium integriert werden. Inhalte sollen also in ihre einzelnen Bestandteile zerlegt und wieder zusammengesetzt werden können, wobei eine gewisse Formalisierung wichtig ist. Micro-Degrees können den Einstieg in das Studium mit der Auszeichnung voraussetzungslos zugänglicher Angebote erleichtern; sie eignen sich auch für an Weiterbildungen interessierte Berufstätige, denen so das Hochschulsystem nähergebracht oder Ergänzungsqualifikationen angeboten werden.

Die Badges sind eher informell ausgerichtet. Sie sollen den Erwerb verschiedener Kompetenzen sichtbar machen – innerhalb der Studieninhalte oder außerhalb. Beispiele dafür können Hausarbeiten oder Prüfungsergebnisse sein, aber auch Kompetenzen wie soziales Engagement, Sprachkenntnisse und interkulturelle Erfahrungen. Badges dienen vor allem der Dokumentation solcher informellen Fähigkeiten. 

Ein Nachteil der Micro-Degrees und Badges ist zum Beispiel die Ressourcenintensivität, weswegen die HRK empfiehlt, Micro-Degrees und Badges z.B. in Kooperation mit anderen Hochschulen anzubieten. Außerdem ist die Hochschulbildung, so Professorin Dr. Monika Gross, HRK-Vizepräsidentin für Digitalisierung und wissenschaftliche Weiterbildung, "nur bis zu einer gewissen Grenze in Kleinstteile zerlegbar, weil die Gesamtqualifikation nicht allein die Summe von Einzelnachweisen ist."

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