Verlängerung der Regelstudienzeit wegen Corona

Verlängerung der Regelstudienzeit wegen Corona soll auch in Niedersachsen kommen: Viele Bundesländer wie etwa Berlin, Bayern oder Nordrhein-Westfalen haben bereits Regelungen auf den Weg gebracht, um die Regelstudienzeit aufgrund der Einschränkungen durch das Corona-Virus zu verlängern. Auch in Niedersachsen hat der Landtag nun einen entsprechenden Antrag beschlossen.

Bei der Plenarsitzung des Niedersächsischen Landtags am 6. Oktober 2020 sprach Wissenschaftsminister Björn Thümler zu "Studieren in Zeiten von Corona" und betonte dabei, "dass das Sommersemester trotz aller Umstände weitgehend erfolgreich verlaufen" sei. Jedoch griffen Einzelmaßnahmen wie etwa das Nichtanrechnen des vergangenen digitalen Sommersemesters auf die Regelstudienzeit zu kurz, so der Minister: Besser geeignet sei "eine einmalige Verlängerung der Regelstudienzeit um ein Semester bis zu einer Rückkehr der Hochschulen in den Regelbetrieb". Mit einer entsprechenden Gesetzesänderung gelte dann für alle, die zu Zeiten der Corona-Pandemie studiert hätten, eine um ein Semester verlängerte Regelstudienzeit, erklärte Thümler – also beispielsweise auch für die Erstsemesterstudierenden des Wintersemesters 2020/2021. Denn es sei davon auszugehen, dass die fortdauernde Pandemie auch im nächsten Jahr noch zu Einschränkungen führe. Um die Verlängerung umzusetzen, muss nun nach dem Landtagsbeschluss schnellstmöglich eine Änderung des Niedersächsischen Hochschulgesetzes (NHG) auf den Weg gebracht werden.

Für die Studierenden sind vor allem die direkten Auswirkungen aufs BAföG wichtig: Verlängert sich die Regelstudienzeit, so verlängert sich auch die Förderhöchstdauer. Studierendenvertretungen hatten bereits während des digitalen Sommersemesters 2020 protestiert und gefordert, dieses nicht auf die Regelstudienzeit anzurechnen. In anderen Bundesländern gab und gibt es ebenfalls Diskussionen um eine verlängerte Regelstudienzeit – und vielerorts wurden schon Entscheidungen getroffen; so zum Beispiel in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein.

Zum Kurzbericht der Plenarsitzung des Niedersächsischen Landtages (vorläufig, Stand: 06.10.2020) 

 

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