MINT – Elternhaus prägt Selbstbild und Entscheidungen

Jugendliche entscheiden sich deutlich häufiger für eine Ausbildung oder ein Studium in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT), wenn ihre Eltern selbst in einem solchen Beruf arbeiten. Das zeigt eine neue Studie von Forschenden der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und der Universität Regensburg.

Für die Untersuchung wurden 1.253 Jugendliche im Alter von 14 bis 18/19 Jahren in Deutschland befragt, ob sie sich einen weiteren Bildungsweg im MINT-Bereich vorstellen können und inwieweit sie sich selbst als "Menschen für Technik und Naturwissenschaften" wahrnehmen. Die Ergebnisse zeigen: Schon ein Elternteil, das einen beruflichen MINT-Bezug hat, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Jugendliche selbst einen entsprechenden Bildungs- oder Berufsweg anstreben. Haben beide Eltern einen MINT-Beruf, fällt dieser Zusammenhang noch stärker aus.

Die Autorinnen und Autoren sprechen von einem "verstärkten sozialen Vererbungseffekt": Wenn die Eltern einen MINT-Hintergrund haben, sind entsprechende Themen, Arbeits- und Denkweisen sowie Freizeitaktivitäten stärker präsent und schaffen dadurch informelle MINT-Lernerfahrungen im alltäglichen Miteinander.

Damit mehr junge Menschen MINT-Berufe als realistische und attraktive Zukunftsperspektive für sich entdecken, folgern die Forschenden, sollten Schulen, außerschulische Bildungsanbieter und Politik gezielt Angebote fördern, die Interesse, Selbstvertrauen und Zugehörigkeitsgefühl in MINT-Fächern stärken – insbesondere bei Jugendlichen ohne familiären MINT-Hintergrund. MINT-Erfahrungen und ein entsprechendes Selbstbild seien ein wichtiger Hebel, um Bildungs- und Berufsentscheidungen unabhängiger vom Elternhaus zu machen.

Die Ergebnisse wurden im Rahmen des Forschungsprojektes "FösaMINT – Förderung schulisch-außerschulischer MINT-Kooperation mit Genderschwerpunkt" erarbeitet. Ziel von FösaMINT ist es, die Chancengleichheit im MINT-Bereich für Mädchen und Frauen zu sichern und optimale Rahmenbedingungen für die MINT-Gender-Förderung zu schaffen. Im ersten Schritt wird daher erforscht, unter welchen Bedingungen schulische und außerschulische MINT-Bildungsangebote gelingen.

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Zum vollständigen Artikel "Amplified social inheritance in STEM: parental careers shape adolescent identity and choice intentions"

 

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