Die Tagesveranstaltung "AG OHN – Projektideen, die bewegen: Einblicke in die ESF‑Projekte der OHN" fand am 12. Februar 2026 in Hannover statt und rückte laufende und geplante ESF‑Projekte zur Öffnung der Hochschulen in Niedersachsen in den Mittelpunkt. Im Fokus standen erste Projektergebnisse aus den Förderaufrufen 2023 und 2024.
Den Anfang machte ein Input zur ESF+-Förderrichtlinie "Öffnung von Hochschulen" von der Referentin der NBank und der OHN-Koordination. Mit der ESF+-Richtlinie "Öffnung von Hochschulen" werden die Entwicklung und Erprobung bedarfsgerechter, berufsbegleitender Bildungsangebote für beruflich Qualifizierte, insbesondere ohne klassische Hochschulzugangsberechtigung, gefördert. Antragsberechtigt sind niedersächsische Hochschulen in staatlicher Verantwortung sowie anerkannte Einrichtungen der Erwachsenenbildung. Erläutert wurden die zentralen Änderungen der Förderperiode 2021–2027, Qualitätskriterien für Projektanträge, die Scoring‑Logik für die Bewertung von Anträgen sowie die Berücksichtigung der ESF-Querschnittsziele im Rahmen der Antragstellung. Die Referentinnen Monique Lauterbach und Malgorzata Brauner gaben Hinweise für überzeugende Projektanträge und Tipps für mittel- bis langfristige Strategien zur Verstetigung der Angebote.
In diesem Jahr wird es ein letztes Mal möglich sein, Projektanträge in der ESF+-Richtlinie "Öffnung von Hochschulen" zu stellen. Derzeit befindet sich der Förderaufruf für 2026 in der finalen Abstimmung mit dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK). Er wird alsbald auf der Webseite und im Newsletter der NBank veröffentlicht. Finales Projektende aller geförderten Projekte wird der 30. September 2029 sein. Darüber hinaus ist keine Verlängerung möglich, auch keine kostenneutrale, da die Förderperiode endet. Die Richtlinie "Öffnung von Hochschulen" wird voraussichtlich nicht weitergeführt.
Vorgestellte ESF‑Projekte
Im ersten Block (Stichtag 2023) stellten Projektteams von der Universität Oldenburg und der TU Clausthal ihre Weiterbildungsangebote "FLOW – Flexibel Offen Weiterbilden, nachhaltige Transformation gestalten" und "GEOThermie4All" vor. In beiden Projekten wurden Weiterbildungsangebote rund um die Themen Energie- und Wärmewende entwickelt.
FLOW – Flexibel Offen Weiterbilden, nachhaltige Transformation gestalten (Uni Oldenburg)
Das Projektteam der Uni Oldenburg hat im Rahmen des Projektes "Flow" wissenschaftsnahe, berufsbegleitende Weiterbildungsangebote zu Erneuerbaren Energien und ressourcenschonendem Wirtschaften entwickelt, die sich an Berufstätige richten und praxisnahe Kompetenzentwicklung für die Gestaltung der Energiewende fördern. Der im Rahmen des Projektes entwickelte Selbstlernkurs soll möglichst lange kostenfrei zur Verfügung stehen.
GEOThermie4All (TU Clausthal)
Mit der Weiterbildung "GEOThermie4All" hat die TU Clausthal vier Fortbildungsmodule für "Geothermie als Schlüsselbaustein der Wärmewende" entwickelt. Nach der Entwicklung und Erprobung bietet das Institute of Subsurface Energy Systems die praxisorientierte, hochschulische Weiterbildung nun als Micro Degree an.
Im zweiten Block (Stichtag 2024) folgten Präsentationen der Projekte "FiReWeiaH" (Field Supervision im Rettungsdienst als Weiterbildungsangebot an Hochschulen, Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften), "KI‑Kompetenzen in der Pflege" (Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften) sowie "Hochschule ohne Abi – Die Studienbrücke für Berufserfahrene" (Arbeit und Leben Niedersachsen gGmbH), die exemplarisch neue Zugänge zur Hochschule für beruflich Qualifizierte und die Qualifizierung für digitale und pflegerische Zukunftsfelder zeigen.
FiReWeiaH – Field Supervision im Rettungsdienst als Weiterbildungsangebot an Hochschulen (Ostfalia)
Das FiReWeiaH-Projektteam entwickelt und erprobt ein Blended‑Learning‑Weiterbildungsangebot zur Field Supervision im Rettungsdienst, das Praxisreflexion, Qualitäts‑ und Risikomanagement stärkt und den Übergang in einschlägige Bachelorstudiengänge für Rettungskräfte erleichtern soll.
KI‑PflegeFit – KI‑Kompetenzen in der Pflege (Ostfalia)
Qualifizierte Pflegefachpersonen und Lehrende für den fachkundigen, rechtssicheren Einsatz von KI in der Gesundheitsversorgung durch modular aufgebaute Online‑Weiterbildung zu schulen, ist das Ziel des Projekts "KI-PflegeFit". Die zu entwickelnde Weiterbildung soll der Zielgruppe zugleich den Zugang zu hochschulischen Qualifikationsmöglichkeiten erleichtern.
Hochschule ohne Abi – Die Studienbrücke für Berufserfahrene (Arbeit und Leben Niedersachsen)
Die Studienbrücke unterstützt berufstätige Personen ohne Abitur beim (geplanten) Studium im sozialen oder pädagogischen Bereich durch Brückenkurse, Seminare und Mentoring, um den Einstieg und Studienerfolg über den dritten Bildungsweg zu erleichtern.
Insgesamt wird deutlich, dass passgenaue Unterstützungs‑ und Weiterbildungsangebote für den Einstieg ins Studium und den Erwerb digitaler wie fachlicher Kompetenzen eine zentrale Rolle spielen.
Fazit
Das Treffen der AG OHN am 12. Februar 2026 hat eindrucksvoll gezeigt, wie bildungspolitisch relevante und zugleich hochaktuelle Weiterbildungsangebote zur Öffnung der Hochschulen in Niedersachsen beitragen können. Die präsentierten ESF-Projekte adressieren zentrale Zukunftsthemen, darunter die Energie- und Wärmewende, der qualifizierte und rechtssichere Einsatz von KI in der Pflege, Weiterbildungsangebote zur Field Supervision im Rettungsdienst sowie neue Zugangswege ins Studium für beruflich Qualifizierte ohne klassische Hochschulzugangsberechtigung. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung und zur sozialen Durchlässigkeit des Bildungssystems. Sie knüpfen an die Ziele der Offenen Hochschule Niedersachsen an, mehr Menschen ein Studium in unterschiedlichen Lebenslagen zu ermöglichen. Besonders hervorzuheben ist, dass die entwickelten Formate – von Micro Degrees über Blended-Learning-Weiterbildungen bis hin zu Brückenkursen – konsequent an den Bedarfen der Praxis ausgerichtet sind und nachhaltige Strukturen über die aktuelle ESF-Förderperiode hinaus anstoßen sollen.
Wir bedanken uns herzlich bei allen Referent*innen und Teilnehmenden, die zu diesem gelungenen Austausch beigetragen haben, bei der Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung (AEWB) Niedersachsen für die gemeinsame Ausrichtung der Veranstaltung und bei der Leibniz Universität Hannover für die zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten.